Der gotische Turm – eine vertikale Waage

 Beim gotischen Turmbau wurden die Kräfte der Statik, des Lastenden und Tragenden, des Schweren und Gestützten, die Eigenschaften des Materiellen, bis an die maximalen Grenzen benutzt, um möglichst weit vertikal nach oben bauen zu können. Dieser enorme Aufwand wurde betrieben um über die höchste Ausdehnung, den äußersten Punkt, Kontakt zur überirdischen Welt, zur göttlichen Sphäre zu erreichen. In diesem anderen Raum sollte die Idealvorstellung, das „himmlische Jerusalem“ entstehen.

So kann die gotische Idee als das Bild einer vertikalen Waage begriffen werden, auf deren einen unteren Seite sich das Irdische befindet und auf der anderen oberen Seite das himmlische, göttliche Jenseitige.

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Ulmer Münster red

Spitze des Ulmer Münster-Turmes

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